Blog mit eigenen Textbeiträgen
Ein Blog als “Owned Media” erreicht auch Leute, die Social Media nicht nutzen ...
Warum ich Instagram kaum noch nutze.
Weil das einst auch bei mir beliebte Medium immer mehr nervt ...
Wenn es bei Programmen oder Apps mal wieder hakt, muss man sich gegenseitig helfen...
Früher konnte man durch Zugucken voneinander lernen. Digital geht das anders ...
Beim Zeichen und Malen sollte man Tipps untereinander austauschen ...
Wie wichtig sind eigentlich Likes?
Likes sind was Nettes, sie sind aber wenig aussagekräftig...
Was mich Website und Blog kosten. 10,48 € pro Monat, und die zahle ich gerne für meine Freiheit im Internet.
Kreativität statt Standards. Vieles wird als "Standard" angesehen, ohne es mal kreativ und kritisch zu hinterfragen.
Ist ein Blog zeitgemäß?
Ja, denn im Gegensatz zu Social Media ist die eigene Website mit einem Blog “Owned Media”. Was ich hier veröffentliche, gehört mir und ich muss mich nicht den wechselnden inhaltlichen Anforderungen von Social Media Anbietern unterwerfen. Ein Blog erreicht auch Leute, die Soziale Medien (Instagram, Facebook etc.) nicht nutzen. Die Blogbeiträge sind als ganz normale Internetseiten erreichbar, ohne dass man sich irgendwo anmelden muss.
Das Weblogbuch bietet mehr Freiheiten als Social Media, die Inhalte bleiben viel länger sichtbar und werden von Suchmaschinen und KI besser gefunden. Von Zeit zu Zeit erscheinende Blogbeiträge zu verschiedenen Themen sind eine dynamische Ergänzung zu den statischen Seiten einer Website mit ihren grundlegenden Informationen. Bei mir sind die Seiten Galerie, Skizzen, Freies Skizzieren, Irfanview, Tipps etc. genau genommen auch Blogartikel. Im Gegensatz zu klassischen Blogs, die mit überlangen Texten langweilen, fasse ich mich lieber kurz.
Link zum Beitrag: www.arnd.de/blog#bloggen
.
Warum ich Instagram kaum noch nutze.
Weil ich von Instagram enttäuscht bin. Erst wurden einzelne Fotos und Hashtags unbedeutend, dann wurden Reels plötzlich wichtig, danach stattdessen aber Bilderserien. Zunächst zeigten einem unaufgefordert Coaches als Algorithmus-Versteher und dann sogar der Instagram-Chef selbst in kurzen Filmchen, was man machen soll, damit man mehr Reichweite bekommt. Man fühlt sich wie eine Marionette. Als Instagram das Bildformat vom Quadrat auf Hochformat geändert hat, war mein sorgsam gestaltetes Bildlayout hinüber - und meine Lust auf Instagram auch. Als dann Insights (die Statistik zu den Beiträgen) zugänglich wurden, hatte ich mich zunächst gefreut. Doch dann realisierte ich, dass meine neuen Beiträge nur 11 Leuten gezeigt werden und denen jeweils drei Mal auf den Bildschirm gespielt werden. Das war der Lohn für meine Mühe, gut ausgeleuchteter Fotos und ausgefeilter zweisprachiger Texte. Instagram zeigt meine neuen Beiträge anfangs 33 Mal und danach nicht mehr. Beiträge auf meiner Website werden dagegen mehr als 50 Mal im Monat aufgerufen, also mindestens 600 Mal im Jahr.
Von 2022 bis 2025 war ich dabei und muss nun sagen: Instagram nervt! Schade eigentlich, denn die ersten zwei Jahre waren sehr inspirierend für mich. In Sachen Grafik und Darstellungstechniken hat Instagram mir geholfen, über den Tellerrand hinaus zu schauen und gab Anregungen, um die Komfortzone zu verlassen. In letzter Zeit gab es jedoch immer mehr Werbung und die Leute, denen ich gern folgte, wurden durch ihren zunehmenden kommerziellen Erfolg (den ich ihnen gönne) immer mehr zu Marionetten des Systems. Sie fingen an alles zu tun, was der Marionettenspieler Instagram vorgab, um ihre Reichweite zu erhalten oder zu vergrößern. Wenn gute Künstler Markenbotschafter werden und wegen ihrer Reichweite Geld für Produktwerbung erhalten, darf die Reichweite natürlich nicht sinken. Sie müssen alles tun, was Instagram als neueste Trends vorgibt. Die Posts der ehemals bewunderten Vorbilder, denen ich folge, mag ich deshalb oft gar nicht mehr ansehen. Was ich auch nicht mehr sehen möchte, ist die Vielzahl von KI-generierten Bildern und ganzen KI-Accounts fiktiver Charaktere. Man weiß nicht mehr, ob das, was man sieht, überhaupt echt ist und man müsste viel Zeit aufwenden, um es herauszufinden.
“Digital detox” wurde nun ganz einfach: Instagram langweilt mich mittlerweile. Ich hatte nicht erwartet, dass das mal so sein würde. Macht aber nichts, denn jetzt habe ich mehr Zeit für anderes. Ganz verzichten kann ich auf Instagram nicht, weil manche Anbieter (Läden, Restaurants, Interessengruppen etc.) oft keine oder eine nicht aktualisierte Website haben und aktuelle Infos nur auf Instagram zu finden sind. Meine drei Instagram-Auftritte (@arnd.gatermann @arnd.art @freies.skizzieren) behalte ich. Sie bleiben als Visitenkarte bestehen und sind mit den dort angegebenen Links zu meiner Website nun so eine Art Telefonbucheintrag - man kann mich dort finden. Besser gefunden wird meine Website allerdings über Suchmaschinen und KI-Sprachmodelle.
Link zum Beitrag: www.arnd.de/blog#insta
.
Digitale Pflegekraft
Selbst wenn man sich mit Computern, smarten Phones, Tablets und Apps gut auskennt, gibt es Situationen, in denen man digital einfach nicht weiterkommt. Dann braucht man jemanden, der /die mit unverstellten Blick mal draufschaut und dann die richtigen Tasten drückt, antippt oder anklickt - eine digitale Pflegekraft. Wenn ich mir helfen lasse und dann frage, was ich falsch gemacht habe, bekomme ich zur Antwort: “Du denkst zu logisch!” Apps wollen intuitiv benutzt werden, nicht logisch. Was mich tröstet, ist, dass ich der befreundeten Pflegekraft manchmal auch helfen kann, wenn es digital nicht weitergeht. Wenn am Tablet ein umfangreicher Bestellvorgang abgearbeitet ist und dann aber das Tastenfeld “Bestellen” nicht reagiert, kann ich durch meine Art des Antippens der Taste schon mal die Welt retten, weil die Taste bei mir reagiert. Warum auch immer.
Das Arbeitsleben habe ich zwar schon hinter mir gelassen, aber eigentlich bin ich ein Digital Native. Nicht, weil ich erst geboren wurde, als es das Digitale schon gab, sondern weil ich teilweise miterlebt habe, wie das Digitale geboren wurde. Zuerst wurden Programme immer praxistauglicher und dann die Speichermedien größer. Danach waren Programme (z.B. Text, Tabellen, Layout, Bildbearbeitung) sozusagen fertig entwickelt und konnten alles was man brauchte. Das war eine tolle Zeit. Danach kam jedoch die Zeit des Marketings und Programme wurden nur überarbeitet, um sie als “bessere” Version mit unnötigen Zusatzfunktionen neu verkaufen zu können. Es begann die Phase der schnell gestrickten “Bananenprodukte” nach dem Motto “reift beim Kunden”. Programme und Updates wurden kaum getestet, waren fehlerhaft und oft erst nach einem erneuten Update überhaupt benutzbar.
Bei Apps lief es ähnlich: Erst war es faszinierend, was alles ging und dann immer besser wurde. Dann wurden sie jedoch immer leistungshungriger und nicht mehr sauber programmiert. Ehemals verständliche Menus wurden durch Tastenfelder mit Symbolen ersetzt , die aber in jeder App anders aussehen. “Intuitiv” soll angeblich alles sein, aber man bleibt in Apps häufiger hängen, weil die Funktionalität nicht zu Ende gedacht ist und sich doch nicht von selbst erklärt.
Einen vergleichbaren Ablauf gibt es gerade bei Bonus-Apps im Einzelhandel, die anscheinend auch nicht getestet werden und viel zu häufig Updates bekommen. Man steht an der Kasse und die App sagt einem “Sie wurden abgemeldet” oder “Bitte installieren Sie die App neu und melden Sie sich neu an”. Man kommt sich vor wie eine Oma, die an der Kasse im Portemonnaie lange nach einer Münze sucht und den ganzen Verkehr aufhält. Nur weil das digitale Rabattmarkenheft ein Update will. Mittlerweile halte ich weit vor der Kasse kurz an und checke, ob die App mich noch mag und voraussichtlich an der Kasse funktionieren wird. Die bis zu 10% Rabatt per App hätte ich dann ja schon gerne.
Beim Online-Banking geht nichts mehr ohne Smartphone und App. Wenn man nicht nur beim heimischen Geldinstitut ist, sondern wegen besserer Zinsen vielleicht auch bei anderen Banken Geld parkt, dann wird es komplex. Jede Bank hat ein anderes Verfahren mit “S-PushTAN”, “Bestsign”, “TAN+” oder “photoTAN”. Man braucht fast schon einen Spickzettel, um sich merken zu können, welche App zu welcher Bank gehört. Früher hat man in einer gut versteckten Metallkassette ein paar große Scheine als Notgroschen aufbewahrt. Heute liegen dort Aktivierungsbriefe für Onlinekonten. Die darf auch keiner finden, sonst kommt er an das ganze Geld ran. Wem das Smartphone abhanden gekommen ist, braucht diese Aktivierungsbriefe, um per App wieder an seine Konten zu kommen.
Wenn man im Alter vielleicht mal nicht mehr so schnell im Denken ist, oder einfach keinen Bock mehr auf Apps hat, dann kann man zwar auf die Einkaufs-Apps verzichten, nicht aber auf Apps für digitale Bankgeschäfte. Dafür braucht man dann wohl wirklich eine digitale Pflegekraft.
Link zum Beitrag: www.arnd.de/blog#digitalepflege
.
Digitales voneinander lernen.
Beim analogen Arbeiten konnte man früher bei anderen sehen, was auf deren Schreibtisch bearbeitet wurde, konnte sich darüber austauschen und so voneinander lernen. Selbst im Vorbeigehen konnte man sehen, was die anderen “auf dem Tisch hatten”. Heute sitzen alle vor Bildschirmen und wenn man jemandem von hinten auf den Bildschirm blickt, gilt das als indiskret. Wie soll man da voneinander lernen? Wenn man sich zu zweit an einen Computer setzt, um etwas gemeinsam zu bearbeiten oder etwas zu zeigen, hat derjenige mit Tastatur und Maus “die Macht”, während es erfahrungsgemäß den Zuschauenden nach einer Viertelstunde langweilig wird. Der “Schulterblick”, der es früher leichter machte zu sehen, wie andere arbeiten, ist heute kaum noch möglich.
Beim Arbeiten mit Computern und Programmen habe ich immer getüftelt, mit welchen Tricks und Routinen ich bequemer und schneller ein Ergebnis erzielen konnte. Das vermeidet Überstunden und Wochenendarbeit. Als Teamleiter wollte ich meine praktischen Tipps nicht für mich behalten, sondern weitergeben. Weil das kaum klappt, wenn man gemeinsam vor dem Bildschirm sitzt, habe ich Kurzanleitungen geschrieben und per Mail verteilt. Wer Zeit hatte, konnte sie lesen und dann bei Bedarf Rückfragen stellen. Solche Anleitungen sind zunächst trockener Lesestoff. Man braucht Muße und einen gewissen Spieltrieb, um das Gelesene auch praktisch umsetzen zu wollen. Hat man den Bogen raus, kann man die Anleitung weglegen und man fragt sich, warum man das Beschriebene eigentlich nicht schon immer so gemacht hat.
Mehr als ein Dutzend solcher Anleitungen habe ich auf der Seite Tipps zusammengefasst. Als Fortsetzung kann man dort diesen Blog-Beitrag weiterlesen und erhält viele praktische Hinweise, um das digitale Arbeiten zu vereinfachen.
Der Bildbetrachter IrfanView eignet sich gut, um Fotos zu sortieren, umzubenennen oder auszudrucken. In geringem Umfang kann man die Bilder auch bearbeiten. Das Freeware-Programm nutze ich schon sehr lange und meine Tipps zu den wichtigsten Funktionen von IrfanView habe ich auf einer gesonderten Seite zusammengefasst.
Link zum Beitrag: www.arnd.de/blog#digitaleslernen
.
Analoges voneinander lernen.
Beim Zeichnen, Malen, Basteln und Bauen ist es interessant zu sehen, wie andere das machen. Man kann sich natürlich leicht in sozialen Medien oder bei YouTube Anregungen in Form von kurzen Filmen holen. Spannender ist natürlich, analog und vor Ort zu sehen, wie andere an die Sache herangehen. Wenn man sich mit Leuten trifft, um gemeinsam vor Ort zu Zeichen, zu Skizzieren oder zu Aquarellieren, wäre eigentlich Gelegenheit dazu. Doch meistens findet anschließend meistens kein Austausch statt, um voneinander zu lernen.
Auf meiner Seite Freies Skizzieren rege ich an, sich in ungezwungener Form zum Zeichnen /Sketchen zu treffen und dabei den Austausch von Techniken und Tipps zu pflegen. In Form von Bildern und Text finden sich dort als Fortsetzung dieses Blog-Beitrages Anregungen und Tipps zum Skizzieren nach Lust und Laune, drinnen oder draußen, vor Ort oder nach Vorlage. Es gibt Empfehlungen zur Grundausstattung mit Zeichenmaterial sowie Infos zu Farbauswahl und Papierqualität.
Link zum Beitrag: www.arnd.de/blog#analogeslernen
.
Wie wichtig sind eigentlich Likes?
Die roten Herzchen unter einem Beitrag bei Instagram sind eine nette Geste, aber was sagen sie eigentlich aus?
Eine privat und beruflich gut vernetzte Bekannte mit 500 Followern (sie folgt 1500 Leuten) bekommt für einen Beitrag normalerweise 25 Likes. Wenn sie mit einer Gruppe unterwegs war und danach ein Gruppenbild postet, sind es auch schon mal 100 Herzchen. Macht 5% bis 20%, was sehr viel ist. Ein bekannter Reisezeichner mit 26.000 Followern bekommt im Schnitt 500 Likes, was 2% entspricht. Eine Aquarellmalerin mit 340.000 Followern bekommt üblicherweise etwa 1.500 bis 5.000 Likes, also nur 0,4% bis 1,5%. Alle drei sind bei ihren Followern sicher gleich beliebt, aber nur die wenigsten Instagram-Nutzer vergeben ein Like. Wer zügig durch einen Feed scrollt, tippt ja auch nicht laufend auf das Herz unter dem jeweiligen Beitrag. Man sieht, dass gute Leute mit interessanten Beiträgen eigentlich ungerecht wenige Likes bekommen. Je mehr Follower, desto weniger Likes. Das zeigt, dass Likes kein Qualitätsmerkmal sein können und daher eher unwichtig sind.
Ich selbst habe schon bis zu 25% Likes bekommen, was aber unbedeutend ist, denn um Follower zu bekommen, habe ich auch mal viele Likes verteilt - das ist das übliche Vorgehen. Leute, die mir nicht folgen wollten, gaben dann schon mal aus Höflichkeit die gleiche Anzahl Likes zurück. Genau so läuft das bei anderen Leuten auch, die auf der Suche nach Followern sind. Ich gebe häufig Likes bei Leuten, die mir regelmäßig welche geben - auch wenn mir ein Beitrag vielleicht nur mäßig gut gefallen hat. Wie Likes wirklich zustande kommen, weiß man nicht. Die Zahl der Likes bedeutet also gar nichts und Likes sind daher völlig unwichtig. Die Suche nach Followern habe ich längst aufgegeben und vergebe Likes nur noch, wenn mir beim Scrollen etwas außerordentlich gut gefällt.
Die hier veröffentlichten Blogbeiträge und meine Web-Seiten mit detaillierten Tipps und Informationen kommen ohne Likes aus. Man kann sie man einfach so lesen, ohne Likes geben zu müssen in Form von Herzchen, neben denen eine wenig aussagekräftige Zahl steht.
Link zum Beitrag: www.arnd.de/blog#likes
.
Was mich Website und Blog kosten.
Eine Website wird “gehostet”, zu deutsch: sie wird von jemandem “beherbergt”. Ein Internet-Link führt zu einem Speicherplatz, der 24 Stunden erreichbar ist und von einem “Provider” (Anbieter /Versorger) angeboten wird. Eine Internet-Adresse mit “.de” am Ende nennt man “Domain”, was man mit “Bereich” oder “Besitz” übersetzen kann. Eine “Domäne” war früher ein staatlicher Bauernhof, also ein großer Bereich mit einem Bauernhaus als Adresse.
Für meine Adresse “arnd.de” zahle ich 3,49 € im Monat an meinen Provider, davon geht etwas mehr als die Hälfte an die “Denic”, eine Genossenschaft in Frankfurt, die die deutschen “.de”-Adressen verwaltet. Für meinen Speicherplatz und das Online-Programm, mit dem ich Website und Blog erstelle, zahle ich 6,99 € pro Monat. Das ist der Top-Tarif mit unbegrenzter Seitenzahl und Zugriff auf den HTML-Quelltext, den man aber nur selten braucht. Man kann auch maximal 5 Seiten für 3,99 € bekommen. Mein Provider ist GMX /1&1 in Montabaur, der mit diesem Standort dem deutschen Datenschutz unterliegt. Es gibt auch gleichwertige Anbieter mit ähnlichen Preisen.
Gebucht habe ich für 6,99 € einen “Homepage-Baukasten”. Klingt irgendwie kindlich und unprofessionell, ist es aber gar nicht. Propagiert wird häufig die Verwendung des kostenlosen “Wordpress”, zu dem man aber PlugIns, also kleine, teilweise kostenpflichtige Zusatzbausteine hinzufügen muss. Beim Baukasten ist schon alles dabei, was man braucht. In einem online aufrufbaren Programm (einer Mischung aus Textverarbeitung und Layout Programm) wählt man ein Layout bzw. “Template” und hat dann schon die Struktur der Website mit Menü und den Seiten, die in der Darstellung automatisch für PC, Tablet und Smartphone angepasst werden. Man braucht nur noch Texte und Bilder einzufügen. Nachdem ich mich eingearbeitet hatte (es gibt gute Hilfe-Texte), fand ich heraus, dass das Programm nicht nur für Anfänger gemacht ist, sondern dass es parallel zum Baukasten auch einen großen Werkzeugkasten gibt, mit dem man die Website völlig frei gestalten kann. Sofort habe ich einige vorgegebene Standards einer klassischen Website rausgeworfen und das Layout nach meinen Wünschen verändert.
Die Kosten für Webseite samt Blog zahle ich gerne, denn ich habe völlige Freiheit in der Gestaltung und muss mich nicht den Vorgaben von Social-Media-Anbietern unterwerfen in Bezug auf Bildformat und Länge der Texte. Außerdem bin ich nicht von einem Algorithmus abhängig, der die Sichtbarkeit meiner Beiträge bestimmt. Social-Media, wie z. B. Instagram, ist ja auch nicht wirklich kostenlos, denn man zahlt mit viel Zeit für die Erstellung seiner Beiträge und bezahlt mit der Zeit, die man zum Betrachten anderer Beiträge und eingespielter Werbung verbringt. Wenn niemand mit dem Einsatz dieser Zeit bezahlen würde, wäre Instagram “nix”, denn es gäbe Social Media mangels Nutzern gar nicht.
Der Einsatz der Kosten für eine Website lohnt, denn die Web-Adresse gehört einem, und die Inhalte der eigenen Internetseiten auch. Internetseiten sind für alle zugänglich. Um Social Media Beiträge sehen zu können, muss man sich vorher anmelden, was nicht jeder möchte. Wenn man im Internet interessante Beiträge veröffentlicht, kommen laufend Besucher auf die eigene Website, ohne dass man, wie bei Social Media, ständig neuesten Trends hinterherlaufen muss. Einige Inhalte meiner Website habe ich parallel auch bei Instagram veröffentlicht mit dem Ergebnis, dass die gleichen Beiträge im Internet um das Zigfache häufiger aufgerufen werden, als auf Instagram.
Link zum Beitrag: www.arnd.de/blog#kosten
.
Lieber eigene Kreativität anstelle von Standards.
Statt Gleichförmigkeit wäre mir Kreativität lieber. Dafür muss man nicht super ideenreich sein. Es reicht, wenn man sich von vorgegebenen Standards löst und mit gesundem Menschenverstand das macht, was man für richtig hält. Dabei sollte man im Blick haben, ob die Zielgruppe das, was man veröffentlicht, auch versteht und gut findet. Hilfreich ist es, mal Freunde und Bekannte kritisch drauf gucken zu lassen, ohne dabei ein Lob zu wollen. Je ehrlicher die Antwort, desto besser. Wenn man so vorgeht, braucht man weder Ratgeber noch teure Coaches, die einem sowieso nur die Standards vermitteln, die sich gut verkaufen lassen.
Ratgeber und “Coaches” scheinen ihre Lehrinhalte häufig voneinander abzuschreiben und sorgen so dafür, dass bei den Anwendern am Ende vieles gleich aussieht. Ich greife mal einige Beispiele auf und ergänze sie bei Gelegenheit, wenn mir mal wieder etwas zu sehr nach Standard aussieht.
Überlange Blogbeiträge sind leider Standard
Blogbeiträge finde ich interessanter und fundierter als Beiträge in Foren. Ich habe mich nur immer gefragt, warum Blogbeiträge so elendig lang und wortreich aufgeblasen sind. Ganz einfach, weil irgendjemand meint herausgefunden zu haben, dass Blogbeiträge häufiger von Suchmaschinen gefunden werden, wenn sie mindestens 2.000 Wörter haben, was etwa 4 Druckseiten entspricht. Lange Texte seien eine tiefergehende Betrachtung und würden von Suchmaschinen bevorzugt angezeigt. Deshalb gibt es bei Blogs oft umfangreiche Einleitungen, dann einen Kasten mit Links zu Themen weiter unten auf der Seite, dann die eigentlichen Themen und danach nochmal eine wortreiche Zusammenfassung dessen, was man soeben gelesen hat. So will man auf die angeblich notwendige Wortanzahl kommen und nebenbei möglichst oft seine “Keywords” unterbringen, also die Schlagworte, anhand derer man von Suchmaschinen gefunden werden will. Und alle machen´s gleich! Ich fasse mich lieber kurz und beende das Thema daher hiermit. Oder vermisst jemand eine Einleitung und eine abschließende Zusammenfassung zu dem, was man gerade gelesen hat?
Chronologische Blogs als Standardvorgabe
Warum stehen neue Blogbeiträge eigentliche immer oben und sind mit einem Datum versehen? Warum stehen nicht wichtige Beiträge am Anfang? Muss man wissen, wie viel Zeit seit der letzten Veröffentlichung eines Beitrags vergangen ist? Sind Texte mit lange zurückliegenden Datum weniger wichtig als neuere? Es gibt als “Standard” fertige Blog-Vorlagen, die Beiträge nach Datum und Themen sortieren, damit sie von RSS-Feed-Readern angezeigt werden können. Mit solchen Readern hat man früher Blogs abonniert und bekam immer die neuesten Beiträge angezeigt. Ein Vorläufer von Feeds bei Social Media und eine tolle Sache aus der Frühzeit des Internets - benutzt nur heute kaum noch jemand. Werbeagenturen und Marketingfachleute haben meistens ihre Blogs schon gar nicht mehr für RSS optimiert. Mein Provider stellt mir zwar ein Blog-System zur Verfügung, ich nutze es aber nicht, weil die Standards, die ich dort einhalten muss, ein langweiliges Layout ergeben. Ich veröffentliche meine Texte frei von diesen Vorgaben und versehe sie auch nicht mit Datum.
Präsentationen, bei denen man nix sieht, sind oft Standard
Bei Power-Point-Präsentationen sieht man häufig oben einen hohen Querbalken mit Logo und dem Firmennamen und unten einen Balken mit Infos zum Thema des Vortrags oder der jeweiligen Folie. Dazwischen auf der viel zu kleinen verbleibenden Fläche die Vortragsinhalte, gerne mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund. Grafische Darstellungen sind dann aus Platzmangel oft viel zu klein. Das alles wegen oft vorgegebener Layout-Standards, die mit “CI”, also der Corporate Identity zu tun haben und den Wiedererkennungswert von Firma oder Institut stärken sollen. Manchmal darf man von diesen Standards gar nicht abweichen.
Ich sollte mal per Power-Point-Präsentation dafür sorgen, dass sich ein Stadtrat in öffentlicher Sitzung für unser Projekt entscheidet. Meine Mitbewerber waren vor mir dran und ich konnte mich während ihrer Vorträge zunehmend entspannt zurücklehnen. Sie hatten fette Balken oben und unten, viel zu kleine Grafiken und einen hellen Hintergrund, der die Augen der Betrachter ermüdete.
Dann kam ich: Vorgestellt habe ich die Firma samt Logo zu Anfang und auf den folgenden Folien gab es keine Balken, sondern nur ein winziges Logo unten in der Ecke. Meine Darstellungen waren farbig, blendeten nicht durch zu hellen Hintergrund und nutzten die gesamte Fläche aus. Man konnte auch von weitem alles gut erkennen. Stadtratsmitglieder sind oft älter und können manchmal nicht mehr so gut sehen. Da helfen große Darstellungen. Als ich meinen Vortrag begann, spürte man Erleichterung im Saal, denn im Gegensatz zu meinen vorangegangenen Mitbewerbern konnte man bei mir alles einfach sehr gut erkennen. Neben meinem Vortrag und den Inhalten hat das Abweichen von Standards wesentlich dazu beigetragen, dass unser Projekt ausgewählt wurde.
Link zum Beitrag: www.arnd.de/blog#standards
.
Startseite | Architektur | Design
Vita |
Referenzen
|
Über mich
IrfanView
|
Tipps
|
Lemgo-Motive
Freies Skizzieren | Blog
Impressum
|
Datenschutz
Mail: atelier@arnd.de
